| ON STAGE: WELLE:ERDBALL @ M'ERA LUNA 2007 |
| Webzine - Eventberichte |
| Geschrieben von: Stefan Surkamp |
| Donnerstag, 16. August 2007 um 00:09 Uhr |
Möglicherweise hatte sich das Desaster schon Backstage angekündigt – man weiß es nicht genau. Honey, Frontman der Minimalelektroniker WELLE:ERDBALL, wirkte jedenfalls schon beim Aufbau von Set und Deko ein wenig genervt und war so wirklich mit nichts zufrieden zu stellen, was die Roadies und späteren Cam-Operators da fabrizierten. Leider färbte diese negative Grundstimmung auf das gesamte Konzert durch, welches auch in technischer Hinsicht schwer verzeihliche Mängel aufwies.Dabei fing es dann zunächst erst einmal mit einem kleinen aber feinen Bonmont an: Ein Mitglied der Crew betrat das Set, welches hinter ihm noch von schwarzen Vorhängen verhüllt wurde, und stellte sich als „Harry Pritzl“ vor. Er habe gerade eine Bank überfallen und sich in den letzten Wochen überhaupt zum negativen entwickelt und dabei einigen Leuten vor den Kopf gestoßen. Kurzum: „WELLE:ERDBALL“ werden heute Abend nicht spielen, weil ich ihnen die Gage nicht zahlen kann.“ Am Ausgang könne man sich in eine Liste eintragen und er würde das Eintrittsgeld zurückzahlen. „Verschwendet Eure Jugend!“ Dieses Zitat aus dem Film mit ähnlichem Namen („Verschwende Deine Jugend“) sorgte in Teilen der Halle für einiges Gelächter und stellte klar, dass diese deutsche Musikkomödie mittlerweile aus dem Schattendasein heraus ist. Sicherlich ist die Hangar-Bühne generell ein wenig unpraktisch, fehlt es ihr doch um einiges an Platz in die Tiefe. Schon im letzten Jahr wurde es bei ASP ziemlich eng und WELLE:ERDBALL haben dann noch mal einen höheren Platzbedarf, dem hier leider nicht Rechnung getragen werden konnte. Allerdings schaffen es andere Bands, unter noch widrigeren Bedingungen, ihre Konzerte auf einem gewissen Niveau zu halten – somit ist es unverständlich, dass ein Erfolgsact mit jahrelanger Bühnenerfahrung derart „wetterfühlig“ ist statt Souveränität walten zu lassen. Electro-Hörer und vor allem –Konzertbesucher sind sich sicherlich darüber im Klaren, dass nicht alles, was da aus den Boxen dröhnt live gespielt wird. Wie auch – bei den auf mittlerweile 8-hoch-X Spuren verteilten Klangstrukturen? Immerhin, es wird in der Regel der schöne Schein gewahrt und durch den Einsatz der verschiedensten Instrumente/Workstations und Live-„Musiker“ die Illusion aufrecht erhalten, dass es sich hier zumindest teilweise noch um Handarbeit handelt. WELLE:ERDBALL jedoch ließen an diesem Abend leider nicht so viel Professionalität walten. Dies äußerte sich zunächst einmal darin, dass einige der zum Einsatz gebrachten Instrumente nicht angeschlossen waren und die darauf vollführten Fingerverrenkungen somit mehr als lächerlich wirkten. Die stets sichtbaren Bemühungen, die richtige MD für den nächsten Track zu finden, trugen ihr Übriges dazu bei, der gesamten Show den Stempel „100% Musikplayback“ zu verpassen - schade! In Sachen Setlist gab’s dann auch keine großen Überraschungen: „Arbeit Adelt!“, „Schweben, Fliegen und Fallen“, „Starfighter F104G“, „Monoton und Minimal“… Allenfalls die als Intro verwendete Cover-Version des KRAFTWERK-Hits „Die Roboter“ erscheint hier bemerkenswert. Allerdings begann die Pannenserie schon bei diesem Track, als sich der Vorderteil von Honeys Maske löste und erst nach einiger Zeit wieder befestigt werden konnte. Ähnliche Probleme hatte A.L.F. – bei ihm hielt der aufgeklappte Teil nicht und schwang ihm immer wieder ins Gesicht. Insgesamt eine miserable Show (Frl. Venus und Plastique – das nächste Mal bitte synchron zur Musik auf die Drumpads eindreschen!), die von etwas weiter hinten sicherlich nicht ganz so erbärmlich ausgesehen hat. Daher war die Stimmung in der Halle sehr gut. Partiell sogar zu gut, was einige hirnlose Vertreter der Gattung Goth dazu verleitete, drei Meter vor der Bühne das Pogen anzufangen und dabei in einem Umkreis von 5 Metern ein unbeschwertes Konzerterlebnis quasi zunichte machten. |

Möglicherweise hatte sich das Desaster schon Backstage angekündigt – man weiß es nicht genau. Honey, Frontman der Minimalelektroniker WELLE:ERDBALL, wirkte jedenfalls schon beim Aufbau von Set und Deko ein wenig genervt und war so wirklich mit nichts zufrieden zu stellen, was die Roadies und späteren Cam-Operators da fabrizierten. Leider färbte diese negative Grundstimmung auf das gesamte Konzert durch, welches auch in technischer Hinsicht schwer verzeihliche Mängel aufwies.