| ON STAGE: LETZTE INSTANZ |
| Webzine - Eventberichte |
| Geschrieben von: Stefan Surkamp |
| Samstag, 15. Oktober 2005 um 17:00 Uhr |
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Aus Sicht eines Konzertveranstalters darf man Letzte Instanz längst schon als Zugpferd sehen. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass sich diesmal schon vor dem Einlass eine größere Besuchergruppe vor dem Roxy-Concerts eingefunden hatte. Natürlich waren die Meisten davon Fans der Instanzler, doch auch die Punkrockband „Horny Pancakes“, die den Support übernehmen sollte, hatte einige Fans mobilisiert, die begierig auf Einlass warteten. Seltsamerweise füllte sich das Roxy-Concerts dennoch nur langsam – vielleicht waren einfach eine Menge Instanzerprobter Fans dabei, die sich vor dem Konzert noch eine Extradosis Sauerstoff zuführen wollten. Diese sollte nämlich noch nötig werden: Die Letzte Instanz liebt ihre Effekttechnik, allem voran die Nebelmaschine...
Langsam aber sicher gesellten sich dann aber immer mehr Besucher an die Bars und vorhandenen Sitzgelegenheiten, schlussendlich waren es erfreuliche 200 Zuschauer.Deren Ohren wurden dann auch bald einer ersten Belastungsprobe unterzogen als die Horny Pancakes die Bühne betraten. Reichlich harte Gitarrenriffs und eine häufig im Gewirr aus Drums, Bass und Gitarre untergehende Stimme des Sängers verlangten dem eingefleischten Fan der Letzten Instanz doch einiges an Geduld ab. Doch immerhin – und das sei besonders erwähnt – mussten die Pancakes nicht vor einem passiven Publikum spielen, wie es Thuule Gothica vor einiger Zeit erlebt haben. Viele Zuschauer begaben sich schon früh vor die Bühne und rockten bei den Songs mit. Ob Punk nun ein gut gewählter Stil für den Support der Letzten Instanz ist, sei dahingestellt, letztlich gefiel es vielen Besuchern ganz gut und allen anderen Stand ja noch der Headliner des Abends bevor. Zu einem sehr melodischen Intro betrat die Letzte Instanz nacheinander sehr pünktlich die Bühne im Roxy-Concerts. Gespannt waren die Fans vor allem auf den neuen Sänger Holly, der zumindest sein Flensburger Debüt feierte. Und der legte dann auch sofort voll los – Opener war das streckenweise sehr treibende Stück „Kalter Glanz“. Fragende Blicke seitens der Band verrieten aber, dass diese ihr letztes Konzert im höchsten Norden schon wieder vergessen hatten: Das Flensburger Publikum braucht ja seine obligatorische Aufwärmstunde und so kam es dann auch, dass zunächst nur sehr verhalten mitgesungen und getanzt wurde. Die Erinnerung kam aber dann doch noch zurück. Gitarrist Holly D. ließ sich nach dem Gig lachend dazu hinreißen, seine Pläne für das nächste Konzert bei uns offenzulegen: „Da werden wir dann nach 45 Minuten vor der Bühne gehen und nach einer kurzen Pause richtig aufdrehen. Dann spielen wir eben hauptsächlich Zugaben.“ Und tatsächlich, bei „Rapunzel“, dem letzten Song auf der originären Setlist, kam dann Bewegung ins Publikum. Es wurde lauthals mitgesungen und manch einer versuchte sich sogar am Pogen. Unerwartet und vielleicht auch etwas todesmutig stürzte sich Benni Cellini als Stagediver auf die Fans. Todesmutig deshalb, weil die niedrige Club-Bühne im Roxy-Concerts für solche Extravaganzen eher ungeeignet ist. Aber der Cellist verstand es, sich quasi „hochzutauchen“, wurde zunächst nach hinten durchgereicht und dann wieder sanft auf der Bühne abgesetzt. An dieser Stelle verabschiedeten sich die Instanzler dann erstmals. Doch da hatten sie die Rechnung ohne die Fans gemacht. Einmal wach, sind diese so schnell nicht zufrieden zu stellen! Laute „Zugabe“-Rufe lockten die Band dann auch für drei weitere Songs zurück auf die Bühne. Nocheinmal wurde das Haus gerockt und die Musiker bekamen jetzt so richtig Spaß an der Sache. Immer wieder durfte das Publikum Textpassagen allein singen und einfach mal so richtig „aus dem Häuschen“ sein. Irgendwer muss an dieser Stelle dann die Nebelmaschine neu entdeckt haben – plötzlich sah man kaum noch die Hand vor Augen und einige (Nichtraucher?) ergriffen kurzzeitig die Flucht um draußen ein wenig frische Luft zu schnappen. Nach „Mein Todestag“ verabschiedete sich die Letzte Instanz erneut, doch auch diesmal wurden sie noch einmal zurückgerufen um den letzten Song „Sandmann“ zu spielen. Danach war dann aber endgültig Schluss. Allerdings hatte die Band schon vor den Zugaben angekündigt, sich noch ausgiebig den Autogrammwünschen und dem lokalen Bierangebot zu widmen, was dann auch in die Tat umgesetzt wurde. Es war ein schöner Abend, der sowohl Zuschauern und Band sicher in guter Erinnerung bleiben wird. Und wenn sich das Flensburger Publikum beim nächsten Mal nicht so lange ziert, dann steht einer durchgehenden Party beim nächsten Besuch der Letzten Instanz sicher nichts im Wege. |

