| ON STAGE: SHADOW-MINDS |
| Webzine - Eventberichte |
| Geschrieben von: Stefan Surkamp |
| Montag, 19. Dezember 2005 um 17:00 Uhr |
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„New Blood From The Dark Party“ hieß es am 17. Dezember im Roxy-Concerts. Dahinter verbarg sich ein sehr angenehmer Abend mit drei Bands: THE DARK UNSPOKEN, REBENTISCH (ex DAMION IN THE CASKET) und den Lokalmatadoren SHADOW-MINDS aus Schleswig. Besonders auf letztere durfte man gespannt sein, immerhin geistern diverse Bandmember schon seit langer Zeit durch das Northern-Gothics.de-Forum und geben immer wieder Auskunft über ihr künstlerisches Schaffen. Dass dieses nun endlich Bühnenreife erreicht hat, war an diesem Abend nicht zu übersehen. Obwohl nach dem dreifachen Konzertreigen noch eine Aftershow-Party angesetzt war und sich somit auch für spät entschlossene noch eine Option für die Abendgestaltung bot, war es eine recht spärliche Kulisse, der sich die Bands an diesem Abend präsentieren durften. Doch als Künstler, so vernimmt man ja allenthalben, geht es um den Auftritt selbst und darum, den Anwesenden Gästen eine gute Show zu bieten. Dafür, dass sich an diesen Kodex alle Bands gehalten haben, sprachen die zufriedenen Gesichter aller Zuschauer des Abends. Diese konnten sich dann auch zunächst am Auftritt der Lemgoer Formation THE DARK UNSPOKEN erfreuen, denen leider die Übergabe eines Präsentkorbes verwehrt wurde: Hätte der TBV an jenem Nachmittag den THW Kiel mit einer saftigen Niederlage nach Hause geschickt – nun, man hätte sich aus Flensburger Sicht sicherlich etwas einfallen lassen. Doch bei TDU geht es nicht um Handball sondern um elektronischen Hörgenuss.
Was einem da urplötzlich um die Ohren flog war EBM der härteren Sorte. Dennoch ohne unnötige Schnörkel, die den Kern der Musik gestört hätten. Minimalistisch mag man urteilen, würde dabei aber den Verdacht erwecken, TDU besäßen keine Tiefe. Wo siedelt man diese Band nun also an? Nehmen wir in punkto Bühnenperformance einmal einen Teil von [:SITD:] und musikalisch Teile der erfolgreichen Genre-Projekte der letzten Jahre und man hat eine gute Basis. Jetzt allerdings kommt der Punkt, an dem man den Faktor der Eigenständigkeit beachten muss. Denn diese besteht durchaus, wenngleich man Gefahr läuft, diese bei oberflächlicher Betrachtung schwer wahrzunehmen. Sänger Darkun und Keyboarder Kaiser jedenfalls gaben von Anfang an Gas und stimmten das Publikum auf eine kleine aber feine Party ein. „die by echoes“ heißt das Debütalbum der Lemgoer, welches pünktlich zum Weihnachtsfest am 23.12.2005 in die Läden kommt. Mit SXDistribution hat die Band nun endlich einen professionellen Vertrieb aufgetan; bisher hatten sich TDU über Eigenvertrieb verkauft. Von selbigem Album gab es dann auch einen breiten Querschnitt zu hören. Wie man hier und da vernehmen und auch sehen konnte: THE DARK UNSPOKEN kamen an beim Flensburger Publikum. Man darf also durchaus hoffen, dass diese Band sich wieder einmal in die Umgebung verirrt. Ein Vorgeschmack für alle, die am Samstag nicht dabei waren: Beim CD-Händler des Vertrauens! Als nächstes stand REBENTISCH auf dem Programm. Einigen ist Mastermind Sven sicher noch unter dem Namen DAMION IN THE CASKET bekannt, den er vor einiger Zeit gegen den deutlich griffigeren Titel getauscht hat. Drei Jahre Bühnenabstinenz und mittlerweile ein Umzug in die Bundeshauptstadt lagen hinter ihm und seine Nervosität an diesem Abend war nicht zu übersehen. Doch Sven nahm es mit Humor und machte aus der Not eine Tugend: Flucht nach vorn und ehrlich sein zum Publikum. Dieses nahm dann auch keinen kleinen Patzer oder etwas längere Pausen zwischen den Songs krumm. Doch REBENTISCH ergeht es insgesamt, wie den weithin bekannten Erben des Goethe: Bei dieser Musik scheiden sich die Geister. Textlich zu überzeugen vermögen beide mit Leichtigkeit, das war insbesondere bei REBENTISCH schon immer so. Auch - oder gerade weil -, wenn sich einem nicht jede Passage sofort und voll erschließt. In musikalischer Hinsicht besteht seitens der einen Fraktion zumindest Gewöhnungsbedarf, welcher ihnen gegönnt sei. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die die ganz speziellen Sound-Arrangements von Sven kennen- und schätzen gelernt haben. Bei REBENTISCH hat man zumindest eines vor sich auf der Bühne: Authentizität. Was an diesem Abend jedoch in den Augen der breiten Masse als indiskutabel galt, waren die Tanzeinlagen der von REBENTISCH mit auf die Bühne geholten Tänzerin. Selbst aus der Distanz heraus fällt es mir schwer, an dieser Darbietung einen Bezug zu Musik und Text herzustellen. Möglich ist, dass Sven bei diesem ersten Konzert seit langem nicht unbedingt allein auf der Bühne stehen wollte – Fakt ist jedoch, dass diese Performance dem durchaus soliden Auftritt REBENTISCHS einen surrealen Beigeschmack gegeben hat, der Publikumsseitig eindeutig nicht auf Gegenliebe stieß. Lang herbeigesehnt und besonders redaktionsseitig mit Spannung erwartet, war der Auftritt der Schleswig-Holsteinischen Lokalformation SHADOW-MINDS. Dank stetiger Informationsübermittlung im Forum von Northern-Gothics.de durfte man durchaus neugierig auf ihren Auftritt sein. Ein bisschen Nervosität hatte sich auch hier eingeschlichen, doch welchem Künstler mag man dies schon verdenken? Nach einer kurzen Begrüßung ging man bereits in die Vollen und spielte erstaunlich routiniert die Songs, die SHADOW-MINDS in den letzten beiden Jahren komponiert haben. Besonders erfreulich: Mikes Stimme geriet unter Live-Bedingungen in eine noch bessere Klasse als nach den Studioaufnahmen zu vermuten war. Kompliment! Lediglich unterstützt durch fein dosierte Echo-Effekte gelang es ihm, sich beim Publikum zu empfehlen. Timo und Michael waren an diesem Abend ebenfalls bester Laune und hatten sichtlich Spaß, nach so langer Zeit endlich vor Publikum auftreten zu können. Immer wieder entwischte den betont düster-ernsten Mienen ein erfreutes Lächeln – nicht nur für die ständig präsenten Kameras, die (sicherlich für kommende Videoproduktionen) den Auftritt in allen Einzelheiten festhielten. Besondere Highlights waren an diesem Abend die Songs „Kedija Desert“ und „Seelenschmerz“. Zu letzterem Song existiert bereits ein Video, dass auch auf einer DVD käuflich zu erwerben ist. Insgesamt boten beide Tracks sicher den besten Blick auf das Potential, das die SHADOW-MINDS auf sich vereinen. Ganz Profi hatte man sich dann als Zugabe noch den Anual Remix von „Soon Down“ aufbewahrt, schließlich wollte man das Publikum nicht sofort entlassen. Diese Zugabe wurde dann auch mit großem Applaus seitens des Publikums gedankt. Am Rande der Veranstaltung gab es noch ein Wiedersehen mit dem Mastermind der Band EXILANATION, André, der an diesem Abend als Tontechniker hinter den Kulissen wirkte. Mit ihrem Auftritt als Support der EBM-Formation FUNKER VOGT hatten sich EXILANATION vor einigen Monaten eine Menge Freunde im Norden gemacht. Northern-Gothics.de wird zukünftig ein interessiertes Auge auf diese Band haben, ebenso wie auf die Veröffentlichungen des Bandeigenen Labels „Codeline Records“. |

