| FESTIVAL: NEUWERK-Festival 2008 |
| Webzine - Eventberichte |
| Geschrieben von: Michael Hoch |
| Mittwoch, 07. Januar 2009 um 01:00 Uhr |
Im Düsseldorfer Stahlwerk startete im Dezember 2007 erstmals das Neuwerk-Festival mit Acts aus dem hauseigenen Pool und Gastbands, einen Abend lang mit jeweils 30 bis 60 Minuten pro Band. Sieben an der Zahl. 2008 wurde es in zwei Städten veranstaltet, am 26. und 27. Dezember, mit viel versprechenden Bands.Den Zimtduft besinnlicher Weihnachtsstunden noch in der Nase, startete das Neuwerk-Festival dieses Jahres erstmals in Berlin am zweiten Weihnachtsfeiertag. Das im Gegensatz zu 2007 kürzere Line-Up sorgte für ausverkauftes Haus: VNV Nation, im vergangenen Jahr Topact in Düsseldorf, holte die Massen jetzt nach Berlin. Da ging Düsseldorf einen Tag später beinahe leer aus. Hier konzentrierte man sich auf den Kultfaktor, um das Stahlwerk zu füllen, vergebens: die 1982 gegründeten NITZER EBB sorgten am Ende des Abends nur noch für mehr Ausdünnung in der Halle. Es blieb der harte Kern einer treuen Fanelite übrig. Selbst der Großteil der Pressemeute war bei NITZER EBB bereits auf dem Nachhauseweg, was insgesamt gesehen kein gutes Omen für die anschließende After-Show-Party war. Unlängst waren NITZER EBB Headliner beim ersten Blackfield-Festival im vergangenen Sommer und hatten in Düsseldorf nicht allzu viel Neues zu bieten. Also: luftiger Spaß im Stahlwerk mit viel Platz zum Biertrinken und Tanzen. Doch auch mit Letzterem sah es ob der härteren Gangart eher düster aus. Die Performances: DESTROID (Seitenprojekt des HAUJOBB-Masterminds Daniel Meyer) hatten die undankbare Aufgabe vor einer halbleeren Halle als Opener irgendwie einen guten Start hinzulegen und zeigten sich - ohne Monstermaske und - laut Bandinfo - ohne „vordergründige brachiale Stupidität“, KLOQ erspielten sich mit ihrem Electronica-Sound und Songs wie „You never know“ nur leichte Lorbeeren und SOMAN lieferte mit seinem „Sex, Drugs & Industrial“ eher ein Rave-Set für die Love Parade. Irgendwie war man verwöhnt vom Vorjahr: STRAFTANZ mit augenzwinkernder SM-Performance, Bauarbeiter, die ein Keyboard zerschlagen (PATENBRIGADE: WOLFF) und eine Band, die bis zu ihrem Auftritt im Stahlwerk lange nicht in NRW zu sehen waren (VNV NATION).Und dieses Mal am Ebde des Abends: Müdes Lächeln und freuen auf DIARY OF DREAMS, die eigentlichen Headliner und Nicht-Neuwerkler, für die die meisten Besucher angereist kamen und bis zu deren Auftritt eisern mehrere Stunden ausharrten oder ohnehin erst später dazu stießen. Zweiter Lichtblick des Abends: ROTERSAND, die keine Mühe hatten, mit ihrer Performance irgendwas zu reißen. Dazu passend: Das Licht. Drei Farben Rot in zufälliger Symbolträchtigkeit für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das Rahmenprogramm: Viel Merchandise, eine gute Bar und jede Menge Kontakte und bekannte Gesichter. Wer den Vorraum des Stahlwerks betrat, nichtsahnend, was sich in der Halle bewegt, konnte sich durchaus täuschen lassen: berstend voll und gute Stimmung. Aber auch für 2009 wird man seitens des Veranstalters nicht müde, das Event zu wiederholen. Schließlich ließ man sich in Berlin davon überzeugen, dass das Konzept durchaus funktionieren kann – mit den entsprechenden Headlinern wohlgemerkt. Und letztendlich bietet Neuwerks Bandpool jede Menge Stoff für weitere energiereiche Abende, zum Beispiel mit ZEROMANCER und MELOTRON. Vielleicht im nächsten Jahr? Aber auch Newcomer und neue Aufsteiger haben bei Neuwerk einen steten Platz – eine Tatsache, die man für den nächsten Besuch einfach mal unvoreingenommen annehmen sollte, auch wenn man wahrlich nicht erwarten kann, mit jedem frischen Act eine musikalische Neudefinition der Szene auf die Ohren zu bekommen. Für ein frisch gezapftes Bier und Handshake mit Freunden zum Jahresende kommt das Neuwerk-Festival gerade recht. Und wer sagt eigentlich, dass es sich nicht auch in Düsseldorf in den nächsten Jahren zu einem echten Kleinod entwickeln kann? „You never know“. |

Im Düsseldorfer Stahlwerk startete im Dezember 2007 erstmals das Neuwerk-Festival mit Acts aus dem hauseigenen Pool und Gastbands, einen Abend lang mit jeweils 30 bis 60 Minuten pro Band. Sieben an der Zahl. 2008 wurde es in zwei Städten veranstaltet, am 26. und 27. Dezember, mit viel versprechenden Bands.