| BLACKFIELD-Festival 2009 |
| Webzine - Eventberichte |
| Geschrieben von: Michael Hoch |
| Mittwoch, 24. Juni 2009 um 22:06 Uhr |
Das zweite BLACKFIELD, das zweite Mal zwei Tage mit fast allem, was man nicht unbedingt geballt an einem Wochenende erwartet: Sei es Sonne, sei es Regen, kalte Brise, sengende Hitze und nicht zu vergessen ein Line-Up, das auch dieses Jahr überraschte. Besucher Torben aus Aachen konnte sich damit anfreunden: „Das Line-Up ist super.“ Doch das war nicht unbedingt der Grund, weshalb er beim BLACKFIELD-Festival war: „Ich wollte eigentlich zu Depeche Mode, hatte aber keine Karten mehr bekommen.“ BLACKFIELD als Alternative. Das funktionierte.Und tatsächlich sah sich die Crew um die Bochumer Szenedisko „Matrix“ in der Lage, Anregungen der Besucher aus dem vergangenen Jahr aufzugreifen, ja sogar, Bandwünsche zu berücksichtigen. Die Headliner jedoch, ASP und VNV NATION hatte man zum Ende des BLACKFIELD 2008 bereits bekannt geben können. Das lag, was den Futurepop-Part betraf, sicher nicht zuletzt an Ronan Harris, der seinerzeit mit seinem Seitenprojekt MODCOM dabei war und sich auch ansonsten prächtig auf dem Gelände des Amphitheaters amüsierte. Dabei sah es zunächst nicht so aus, als könne man mit dem AMPHI Festival in Köln mithalten. Doch Internetcommunity und Mundpropaganda taten ihr übriges, um dieses Jahr „die Hütte voll zu machen“, sprich: Doppelt so viele Besucher und ein verzehnfachtes gutes Gefühl des Veranstalters, wie man übers Mikro bei der „Abschlusskundgebung“ zu hören bekam. Man präsentierte sich stolz vor dem letzten Headliner ASP, um allen Besuchern für das zahlreiche Erscheinen zu danken. Man wolle nun das Festival als eine feste Größe in NRW etablieren. Und man ist wahrlich auf einem guten Weg. Die Shoppingmeile wurde gut ausgedehnt und man sorgte auch sonst für die ein oder andere heitere Überraschung, wenn zum Beispiel dem Inder, der dieses Jahr ganz neu mit veganem Essen dabei war, mit bloßen Händen den Teig für die knusprigen Riesenchips in die überdimensionale Brutzelpfanne kleckst und sein Kollege, während er einen Mixteller zusammenstellt, danach ebenso mit den frisch gefetteten Händen Geldmünzen entgegennimmt. Ganz und gar ein Abenteuer war das Bestellen eines Yogi-Tees, bei dem zunächst ein Inderkollege von irgendwoher einen dünnen Plastikbecher organisierte, der dafür prädestiniert war, sich an ihm die Finger zu verbrennen. Dann verschwand der Inder hinter dem Zelt, um den Becher mit Wasser zu füllen, um danach Gewürze hineinzuschütten, die sich im Wasser nicht auflösten und das Ganze mit Zucker zu verfeinern. Aber lecker war’s. Und – ganz ehrlich – eine begrüßenswerte Idee, dieses Jahr an die Vegetarier zu denken. Natürlich bot auch das Line-Up so manche Überraschung. Aber mittlerweile darf das BLACKFIELD gerne als Crossover-Veranstaltung mit Weitblick verstanden werden. Ohnehin werden Grenzen immer offener, das beweist nicht nur der Umstand, dass mit THE PRODIGY auf dem diesjährigen M’ERA LUNA nicht gerade eine szenetypische Band als Headliner auftritt. Man kann dem zwiespältig gegenüber stehen. Sind es zu viele szenefremde Besucher, die aus Jux und Partygeilheit die schwarzen Festivals belagern oder sind es die Szeneliebhaber, die offener für neue Strömungen sind, die solche Acts rechtfertigen? Aber sie stehen schließlich nicht alleine da. In kaum einem Jahr gab es mehr haarsträubende Kooperationen wie in diesem Laufenden – 2009, wenn einer wie MARYLIN MANSON Spaß an einem Remix des LADY GAGA-Songs „Lovegame“ hat und dafür eigens mit der Disco-Lady ins Studio geht oder eine SARA NOXX mit der alten Achtziger-Ikone LIMAHL (Kajagoogoo) ein Duett aufnimmt (Superior Love) - viele Grautöne im Schwarz, denen man positiv begegnen kann - oder eben nicht. Zurück zum BLACKFIELD: Wenn Acts wie FETISCH:MENSCH auf der Bühne stehen, freut man umso mehr, sich für dieses Festival entschieden zu haben, zumal die poetischen FETISCH:MENSCH ein reines Bühnenprojekt sind und keine Tonträger veröffentlichen. Einzig Downloads gibt es von ihnen. Die erste Überraschung. Und dann die überdrehten befindlichen Elektroniker von IAMX um Sneaker Pimps-Frontmann Chris Corner. Viele ratlose, aber geduldige Gesichter im Publikum. Und im Gegensatz dazu extrem viel Tanzwütige vor der Bühne, die den Act rattenscharf fanden. Zwei Lager, wie bei VNV NATION am Samstag und ASP am Sonntag, die hier eigens auch einige neue Songs im Gepäck hatte und sie erstklassig in ihre Dramaturgie verknüpften, dass es nicht auffiel. Und wenn es schiefgegangen wäre, so ASP bei seinem Auftritt, „dann würden wir trotzdem Freunde bleiben.“ Was blieb ist Zufriedenheit, dacht sich auch Peter Spilles, der zweifach vertreten war (mit PROJEKT PITCHFORK und SANTA HATES YOU). Man durfte ihn beim Pitchfork-Ding mal ganz offiziell und kräftig ausbuhen, damit er sich Negativapplaus suhlen konnte, der Tatsache bewusst, dass auch sein Auftritt nicht jedem gefiel. Aber er meisterte es mit Bravour ebenso wie die Veranstalter, die ihr Programm mit der größten Überraschung zum Abschluss brachten. Aus gut informierter Quelle erfuhren wir, dass so etwas kommen sollte, im Detail wollte man jedoch verständlicherweise vorher noch nicht damit rausrücken. Und es sollte ein Knüller werden. Die „Wir wollen brennen“-Sprechchöre wurden lauter und Flammen durchzogen das Bühnenbild an den äußeren Enden, um mit dem letzten ASP-Song ein grandiosen Feuerwerk am Rhein-Herne-Kanal abbrennen zu lassen. Wenn schon allein trotz halb besetzter Location und kleiner Anfängerfehler im vergangenen Jahr die Mundpropaganda für ein in diesem Jahr fast ausverkauftes Event gesorgt hatte, mag man sich kaum ausrechnen, wie stark sich nun BLACKFIELD 2009 mit seinen diesjährigen Highlights auf das nächste Jahr auswirken wird. BLACKFIELD als DAS Kultevent im Ruhrgebiet – nun, es ist auf dem besten Weg eines zu werden. Das nächste BLACKFIELD findet am 12. und 13. Juni 2010 statt. Mit OOMPH! steht der erste Headliner bereits fest. Der Vorverkauf startet am 10. August. BLACKFIELD 2009:Das zweite BLACKFIELD-Festival im Amphitheater in Gelsenkirchen hat die Hoffnungen des Veranstalters mehr als erfüllt. Über 8.000 Besucher kamen um an zwi Tagen ihre Stars zu bejubeln. Zu den Bildern... #000000 ON STAGE: ASPDie Gothic-Rocker aus Frankfurt lieferten am Sonntag als Headliner die wohl fulminanteste Show des Festivals ab. Das Amphitheater kochte und die Massen feierten ein grandioses Finale am Rheinufer. Zu den Bildern... #000000 ON STAGE: VNV NATIONAm Tag zuvor hatte bereits das Future-Pop-Duo VNV NATION eine Show der Superlative vor fast voll besetzten Rängen gespielt. Zu den Bildern... #000000 BLACKFIELD 2009:Ein Programm für die ganze schwarze Familie - so empfahl sich dieses zweite BLACKFIELD-Festival. Für jeden Geschmack und jede Generation stand etwas auf dem musikalischen Speiseplan. Zu den Bildern... #000000 ON STAGE: ZERAPHINEZum Beispiel die Band ZERAPHINE um Mädchenschwarm Sven Friedrich, die sich gewohnt emotional und ihren Fans verbunden zeigten. Zu den Bildern... #000000 ON STAGE: APOPTYGMA BERZERKDie Norweger um Frontman Stephan Groth freuten sich sichtlich, endlich wieder einmal auf einem großen Festival zu spielen - und für die deutschen Fans war dies die einzige Gelegenheit, ihre Zu den Bildern... #000000 ON STAGE: SUICIDE COMMANDOEtwas früher konnten sich allerdings schon alle SUICIDE COMMANDO-Fans ihre Entzugserscheinungen lindern - nach längerer Pause stand Johan van Roy endlich wieder auf der Bühne und heizte dem Publikum gehörig Zu den Bildern... #000000 ON STAGE: PROJECT PITCHFORKAnders dagegen PROJECT PITCHFORK, welche erst vor drei Wochen auf dem WGT gastierten. Beim BLACKFIELD allerdings herrschte die bessere Stimmung und vor der Bühne wurde gefeirt, was das Zeug hält. Zu den Bildern... #000000 BLACKFIELD 2009:Auch wer einmal eine Verschnaufpause brauchte, musste auf ungetrübten Konzertgenuss nicht verzichten - die besondere Location gibt es her, dass man auch beim Abchillen einen super Blick auf die Bühne hat. Zu den Bildern... #000000 BLACKFIELD 2009:Einen würdigen Abschluss bereiteten ASP den Fans mit einem Feuerwerk am Nachthimmel. Schon vor dem Konzert stand fest: Das 3. BLACKFIELD-Festival wird stattfinden! Zu den Bildern... #000000 MEHR ZUM THEMA AUF NORTHERN-GOTHICS.DE Blackfield Blackfield-Festival Festival Gelsenkirchen Amphitheater Open Air VNV Nation ASP Apoptygma Berzerk Diary Of Dreams Suicide Commando Mesh IAMX Letzte Instanz Zeraphine Rotersand Faun Staubkind End Of Green Destroid Frozen Plasma Fetisch: Mensch KLOQ Santa Hates You Dope Stars Inc. |

Das zweite BLACKFIELD, das zweite Mal zwei Tage mit fast allem, was man nicht unbedingt geballt an einem Wochenende erwartet: Sei es Sonne, sei es Regen, kalte Brise, sengende Hitze und nicht zu vergessen ein Line-Up, das auch dieses Jahr überraschte. Besucher Torben aus Aachen konnte sich damit anfreunden: „Das Line-Up ist super.“ Doch das war nicht unbedingt der Grund, weshalb er beim BLACKFIELD-Festival war: „Ich wollte eigentlich zu Depeche Mode, hatte aber keine Karten mehr bekommen.“ BLACKFIELD als Alternative. Das funktionierte.