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Freitagabend im Matrix. Findet Nemo: Er steht verloren am vorderen Bühnenrand und kämpft mit Tonproblemen und wenig Aufmerksamkeit. Dabei hat er doch wirklich etwas zu bieten: ein Auftreten nämlich, das ihm gut und gerne das Prädikat "wertvoll" verleiht, dem James Blunt der schwarzen Szene. Weichgespülte One-man-Show. Welch ein Kontrast zu einer Band, denen man nicht unbedingt unauffällige Outfits attestieren kann. IAMX starteten ihre Tour, die sie durch Deutschland, Spanien und Belgien führt. Nach oben: alles offen. Die Welt wartet.
Es war ein gutes Jahr für IAMX, die man beinahe als die SIGUE SIGUE SPUTNIK des neuen Jahrtausends bezeichnen könnte, jene Kombo, die mit schrägem Spacesound in den 80'ern mit Hits wie "Love Missile F1-11" weltweit bekannt wurden, sich aber später nie in selber Form durchsetzen konnte. Aber mit dem Vergleich zu den schrägen Typen der 80'er wird man IAMX nicht ganz gerecht, zumal Frontmann Chris Corner aus keinerlei Kalkül seine neue Formation gründete und weitaus mehr Profil beweist, wenn auch optisch dünner und magerer, als die eben erwähnten "gemachten" Paradiesvögel. Auch wenn Corner Charisma zeigt, ohne die eigentliche Frontfrau Janine Gezang wäre IAMX vermutlich nur ein zarter Act am Rande des Electro. So ist seine Show mit und als IAMX eine elektrowummernde gecrashte schwarz/roter Rakete inmitten von schmierigem, aber durchaus sympathischen Hinterhofambiente.
IAMX steigen in die Umbaumusik nach "Nemo" musikalisch direkt ein, um mit Janines Tastententakel und schlagkräftigem Trommelspiel in Verbindung mit Corners Spacegitarre die Menge dort hinzubringen, wo sie sie bis zum Ende haben wollen, am Puls der Zeit.
Musikalisch ging es von A bis X, von "Spit it out" zu "My secret friend", der neuen Single. Corner stand im Schatten unter einem Leuchter aus weit herunter hängenden Glühbirnen. Das Konzert im Halbdunkel. Typisch IAMX. Nicht ZU viel Profil. Doch seine Schattenspiel überzeugte zum Auftakt der Tour.
Und kaum eine halbe Stunde später war man startklar für die Nachfolger, die im Hintergrund über der Menge von weitaus weniger Zuhörern an den Reglern drehten zu Tracks aus "Rot", dem neuen [:SITD:]-Album, das Mitglieder der Band als Gast-DJ`s gleich nach IAMX präsentierten. Doppel-Feature einer lauen Herbstnacht.
Und dann noch dies: "SNEAKER PIMPS" lautete die richtige Lösung unseres Gewinnspiels auf die Frage, durch welche Band Chris Corner zuvor bekannt wurde. Zwei Karten für IAMX im Hamburger Grünspan am Freitag, 6. November, gewinnt Olaf Ruppert aus Hamburg. Herzlichen Glückwunsch!
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