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Der exzentrische Meister A. von Greifenkeil pausiert derzeit mit seinem Soloprojekt. Stattdessen hat er mit seinen "Sirenen" und Greepeace die Aktion "Goth for Earth" ins Leben gerufen, welche durch das Performance-Projekt GRIFFONVOX promotet wird. Die Schwarze Szene soll Ausgangspunkt für eine grüne Revolution werden. Auf dem WAVE GOTIK TREFFEN fanden die ersten Aktionen statt. Auf NORTHERN-GOTHICS.DE erhaltet Ihr einen ersten Einblick in das, was hinter der Aktion steckt.
NG: Hallo. Neben GREIFENKEIL ist GRIFFONVOX Euer neues Projekt. Wo besteht vor allem der musikalische Unterschied zwischen diesen beiden Projekten?
GRIFFONVOX: GRIFFONVOX ist Electronic Wave Performance. GREIFENKEIL ist so nicht konzipiert. GREIFENKEIL ist das Solo Projekt, welches zurzeit inaktiv ist, denn wir haben nicht die Zeit parallel an zwei Projekten zu arbeiten. GREIFENKEIL ist im wesentlichen zur Live-Improvisation, für Soundtracks, etc. vorgesehen. GRIFFONVOX ist als Performance choreographiert, und musikalisch darauf ausgelegt eine breitere Audienz zu erreichen.
NG: Gibt es eine Wertigkeit oder Priroritätenliste bei diesen beiden Projekten?
GRIFFONVOX: Die Priorität liegt klar zurzeit auf GRIFFONVOX, und wir sind weit davon entfernt das Material zur Komposition und Performance ausgeschöpft zu haben.
NG: Könnt Ihr mir etwas zur Entstehungsgeschichte von GRIFFONVOX berichten?
GRIFFONVOX: GV entstand im Zuge der Arbeit an der Choreographie unserer Performance. Die Sirenen wünschten zu ihren Bewegungen prägnante Arrangements, und so sind die vorhandenen Tracks graduell verändert worden, so daß schließlich die Choreographie daraus wurde, die wir in der Moritzbastei aufgeführt haben.
NG: Was bedeutet der Name?
GRIFFONVOX: GRIFFON ist der Greif, und VOX seine Stimme - die Verbindung zu GREIFENKEIL ist also erkennbar.
NG: Neben klaren musikalischen Strukturen spielt auch die Performance eine große Rolle.
GRIFFONVOX: Beides ergibt ein Gesamtbild. Kann das eine ohne das andere funktionieren? Nein!
NG: Wie entsteht so eine Performance? ist da zuerst die Musik oder zuerst eine Idee bzgl. der tänzerischen Choreographie?
GRIFFONVOX: Häufig ist da zuerst ein Bild oder Gefühl was zur Musik führt, dann das Arrangement, schließlich das fertige Werk und das Gefühl der Sirenen dafür. Daraus entsteht schließlich die Choreographie. Manchmal sind die Sirenen im Kreationsakt involviert, so daß das Arrangement von Anfang an auch die Idee trägt, wie es hinterher aufgeführt werden könnte. Z.B. entstand "Best Time" auf diesem Weg, ohne Lady E gäb es das Stück so nicht.
NG: Die aktuelle EP "Control Lost" ist auch eine Verbeugung vor JOY DIVISION.Was bedeutet diese Band und ihre Musik für Euch? Habt Ihr noch weitere musikalische Lieblinge oder gar Vorbilder?
GRIFFONVOX: Klar, JOY DIVISION steht ganz oben unter den Favoriten. JOY DIVISION steht für uns für gefühlvolle Wave Musik. Weitere Vorbilder/Lieblinge: Zum Beispiel William Shakespeare
NG: Inhaltlich geht es bei "Control Lost" um den Raubbau an Mutter Natur und die globale Erwärmung. Warum liegt Euch ausgerechnet dieses Thema am Herzen?
GRIFFONVOX: Frage mich, wem das nicht am Herzen liegt. Es wird viel geredet, und viel abgewartet, aber die Zeit läuft. Wer kommt schon gerne zu spät zu seiner Beerdigung.
NG: Bei allen Bemühungen, die Erderwärmung zu bremsen wird längst noch nicht genug getan. Was wäre aus Eurer Sicht nötig, um diesen unheilvollen Trend zu stoppen oder gar umzukehren?
GRIFFONVOX: Die richtigen Politiker wählen zum Beispiel, recyclen, lokale Produkte und keinen Junk kaufen auch wenn sie etwas teurer sind. Ein wenig Achtsamkeit der Menschen auf Mutter Natur. Vor allem geistigen Umweltschmutz zu entsorgen. Umkehren geht leider nicht mehr, es geht nur noch um Schadensbegrenzung.
NG: Schwellenländer wie China und Indien mit ihren hohen Bevölkerungszahlen drängen zu Wohlstand und Konsum. Ist es nicht arrogant, gerade aus dem satten Europa heraus dieses zu kritisieren?
GRIFFONVOX: Der Wohlstand kommt nicht Allen zu gute, sondern nur Wenigen auf Kosten von Vielen. Was in China an Fehlern gegenüber der Umwelt geschieht findet bisher kaum ein Beispiel in Europa. Wenn wir nichts sagen passiert dort absolut nichts. Indien hat was Umwelt angeht einige fortschrittliche Ansätze, zum Beispiel Autos, die ein Gemisch aus Gas und Benzin fahren, oder Autos, die für 2000 $ produziert worden sind. In Indien sind die steife, ehemals britische Bürokratie, bzw. die indische Lethargie noch immer ein großer Hemmschuh.
NG: Die Weltwirtschaftskrise zeigt, wo die wahren Prioritäten liegen: China entmachtet quasi sein Umweltministerium und auch in Deutschland werden Stimmen laut, wonach es jetzt zuerst um die Erhaltung von Arbeitsplätzen gehen müsse. Ist es tatsächlich eine Art Naturgesetz, dass sich wirtschaftlicher Wohlstand und Umweltschutz zwingend ausschließen?
GRIFFONVOX: Nein, absolut nicht! Umweltschutz bringt Arbeitsplätze.
NG: Sollte man nicht unter Klimaschutzaspekten und unter Berücksichtigung der fortgeschrittenen Technologie auch ernsthaft eine Revitalisierung der Kernenergie in Betracht ziehen? Weltweit besteht laut russischen Quellen der Bedarf an 220 neuen Kernkraftwerken.
GRIFFONVOX: Absolut NEIN! Bereits in den 70er Jahren sind die Patente, die unsere gegenwärtigen Energieprobleme lösen könnten von den Ölmultis gekauft worden. Kernkraft ist nicht notwendig, und die gegenwärtigen Argumente sind nichts als Lobbyismus und Augenwischerei.
NG: Was tut Ihr konkret im Rahmen Eurer Möglichkeiten als Konsumenten, um einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten?
GRIFFONVOX: Wir essen täglich Fischstäbchen, ist doch klar! Wir essen unseren Müll - das volle Programm.
NG: Ihr arbeitet bei diesem Projekt eng mit Greenpeace zusammen und verwendet deren Bildmaterial in Eurem Videoclip. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
GRIFFONVOX: Eigentlich klar, denn wen interessiert das Thema unseres Projektes? Anfragen, zusammenkommen, verwenden, jetzt Freunde sein - einfacher geht's nicht.
NG: Wird das Thema "Umweltschutz" DAS übergreifende Thema von GRIFFONVOX bleiben oder werden auch andere Thematiken aufgegriffen?
GRIFFONVOX: Wir ein zentrales Thema bleiben, aber wir haben auch noch andere.
NG: Anläßlich des diesjährigen WAVE GOTIK TREFFEN habt Ihr Euch was ganz besonderes einfallen lassen. Berichte bitte einmal.
GRIFFONVOX: Zum WGT Auftakt haben wir die Kampagne "Goth for Earth" mit einem Walking Act gestartet. Es war die Fortsetzung unserer Videostory. Die Sirenen waren darin von üblen Umweltsündern entführt und mundtot gemacht worden, in der Freitagsaktion wurden sie dann vor den Augen der WGT-Besucher wieder zum Leben erweckt. Eine sehr schöne Fotostory darüber gibt's hier und auch Leipzig TV war vor Ort.
NG: Wie kam die Aktion bei den Besuchern an?
GRIFFONVOX: Die Reaktionen waren durchweg positiv. Viele fanden, dass es schon lange mal an der Zeit war, konkret etwas zu tun und wir hoffen, dass wir mit der Plattform "Goth for Earth" viele Mitstreiter gewinnen können, um Ideen zu sammeln und dann auch umsetzen zu können. Demnächst wird die Webseite neu gestaltet und es wird aktuelle Informationen von Bands, Veranstaltern, Anbietern zum Thema Umweltschutz geben. Jeder kann sich beteiligen, oder auch unser Banner auf seine Webseite packen als Zeichen der Solidarität.
NG: An Eurem Stand in der Messehalle habt Ihr Fragebögen zum Thema Umweltschutz ausfüllen lassen. Wie viele Bögen kamen zusammen, wie werden sie ausgewertet und was geschieht mit den Resultaten?
GRIFFONVOX: Es wurden 6.000 Flyer verteilt und 2.000 Buttons, 648 Fragebögen ausgefüllt und an Greenpeace können wir fast 150 Unterschriften zum Klimaschutz im Grundgesetz schicken - das zeigt schon, dass Interesse da ist und Schwarz tragen, Grün denken sich nicht ausschließen. Der Fragebogen wurde erstellt und wird auch ausgewertet von einer dipl. Psychologin. Die Ergebnisse werden wir veröffentlichen und an Veranstalter und Medien schicken. Auf die Reaktionen sind wir gespannt.
NG: Ich wünsche Euch viel Glück und Erfolg. Die letzten Worte gehören wie immer Euch.
GRIFFONVOX: Running wild you want the heat. |