SINNFLUT: Epik
Webzine - Rezensionen
Geschrieben von: Christiane Neue   
Montag, 08. September 2008 um 01:00 Uhr
epikSINNFLUT gehen unter die Haut. Mit Stücken wie „Wenn Es Leise wird“ , „Mir Ist Das Bild“ und „Wie Ein Gewitter“ stellen sie einmal mehr ihr Können unter Beweis, Schicksale lebendig werden zu lassen und mit leisen Tönen epische Klänge erzeugen zu können, die seit den frühen Neuen Deutschen Todeskünstlern wie „Das Ich“ , Relatives Menschsein“ und „Endraum“ vergessen schienen. SINNFLUT erschaffen eine einzigartige Atmosphäre, die den Hörer eine feinfühlige und faszinierende Gedankenwelt entgleiten lässt und scheinbar in einen pulsierenden Klangkokon webt.

Das bereits 6. Studioalbum „Epik“ enthält neben eingängigen Balladen auch sehr treibende und kraftvolle, orchestrale sowie gitarrenlastige Stücke. Diese sind charakteristisch für SINNFLUTS musikalische Weiterentwicklung seit ihrer Gründung 1998.

Danse Makabre hat ein Händchen für „etwas andere Musik“ fernab jeder Regel. Eine mir bislang unbekannte Band stellt sich bereits mit ihrem 6. Album „Epik“ vor: SINNFLUT Theatralisch, schwermütig wird ein Gesang von Klavier und Streichern getragen, begleitet von düsteren Gitarren. Rein deutschsprachig wird von der Schwere der Existenz und der Unzufriedenheit mit dem Leben erzählt. Die düstere Vielschichtigkeit von Eindrücken und Erlebnissen werden hier gut dargebracht, ja beinahe schizophren. Ein Clubhit wird aus „Epik“ nicht hervorgehen, jedoch werden Anhänger vieldeutiger Texte hier gut bedient. Ich möchte den Vergleich zu Lacrimosa ziehen, denn je nach Stimmung erkennt man eine weiter Facette in jedem Song. Es gibt nur eine klar erkennbare Linie: Die melancholische, träumerische.

In „Wortkarg“ wird erzählt von der Hilflosigkeit etwas zu artikulieren und gleichzeitig dazu aufgerufen die Zeichen von Mimik und Gestik zu deuten, ganz ohne Worte. Der längste Song der Scheibe beginnt mit Orgelspiel, Trompeten und Pauken: „Wie Ein Gewittern“. Ein Gewitter welches im Inneren tobt.

Mein Fazit: Musik zum Abschalten und Nachdenken, sich selbstkritisch zu betrachten und sich für die dunkle Seite des Seins zu öffnen. Eine Kunst die fast vergessen schien und sicherlich noch immer viele Freunde hat – fernab des gewohnten Mainstreams.
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