| GENETIKS: De Bello Genetiko |
| Webzine - Rezensionen |
| Geschrieben von: Jochen Gehler |
| Dienstag, 30. September 2008 um 01:00 Uhr |
Mittlerweile schon zehn Jahre tummeln sich die Jungs aus Franken im musikalischen Untergrund. Selbstverständlich haben sie sich im heimischen Nürnberg und Umgebung eine solide Fanbase erspielt. Aber auch deutschlandweit lässt der Name inzwischen aufhorchen. Nach "Bitte zurücktreten" (2006) sind die Jungs erneut ins Studio geschlurft, um die neue Scheibe "De Bello Genetiko" einzuschrabbeln. Und... a la bonheur: Was die Truppe da abgeliefert hat ist schon ein wahrlich heißes Stück Plastik. Straßenpunk mit deutlicher 80er-Attitüde, aggressiv bratzende Gitarren und unverkennbare Wave-Lastigkeit machen die Scheibe nicht nur für Nostalgiker hörbar.Die neun Tracks des Albums strahlen eine ungeheure Energie aus, welche durch die engagierte Stimmperformance des Sängers noch unterstrichen wird. NDW und Punk finden hier endlich zusammen. Texte, die treffen und mitunter sogar sehr bissig-witzig sind ("Ich bin schwarz geboren und habe mich weiß geärgert"), einen dezent politischen Anstrich haben ("Nachts in Deutschland", "Links Rechts") und das jugendliche Lebensgefühl treffen ("Du kommst hier nicht rein"). Hektisch werden die Drums gedroschen, die Riffs schneiden messerscharf und der Bass brummt energisch... Das klingt alles sehr rotzig und authentisch. Die Texte werden mitunter parolenartig ins Mikro gebrüllt, was zumindest stilistisch eine Nähe zu EBM vermuten lässt. Dennoch sind GENETIKS keinesfalls elektronisch und schon deshalb meilenweit an Idolen wie DAF und Konsorten entfernt. Dennoch haben sie sich das eine oder andere Gimmick in der Performance abgeguckt. Und das darf man ja auch! Hinzu packt man eine ordentlich Portion Post-Wave. Voila, und schon hat man auch eine melancholische Komponente. Aber überwiegend geht es schneller zur Sache. "Nachts in Deutschland" dürfte in der Disse zum Pogen anregen. "Du kaempfst" überzeugt mit melodischem Chorus und "Wie heisst du" eröffnet die Scheibe straight und geradeheraus. Dass sich die Tracks in ihrer Machart sehr ähneln liegt bei dem Stil in der Natur der Sache. Aber trotzdem wird das Teil niemals langweilig. Spielfreude und ein automatisches "Hach damals war´s..."-Gefühl (welches eine ordinäre 80er-RTL-Show niemals erzeugen könnte) machen einfach nur Spaß. |

Mittlerweile schon zehn Jahre tummeln sich die Jungs aus Franken im musikalischen Untergrund. Selbstverständlich haben sie sich im heimischen Nürnberg und Umgebung eine solide Fanbase erspielt. Aber auch deutschlandweit lässt der Name inzwischen aufhorchen. Nach "Bitte zurücktreten" (2006) sind die Jungs erneut ins Studio geschlurft, um die neue Scheibe "De Bello Genetiko" einzuschrabbeln. Und... a la bonheur: Was die Truppe da abgeliefert hat ist schon ein wahrlich heißes Stück Plastik. Straßenpunk mit deutlicher 80er-Attitüde, aggressiv bratzende Gitarren und unverkennbare Wave-Lastigkeit machen die Scheibe nicht nur für Nostalgiker hörbar.