| ALVAREZ: Zeitmaschine Remixed |
| Webzine - Rezensionen |
| Geschrieben von: Stefan Surkamp |
| Freitag, 27. Januar 2006 um 17:00 Uhr |
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Der Mann, der für dieses Werk mit dem seltsam anmutenden Namen verantwortlich ist, heißt José Alvarez-Brill. Er ist ein Mann des Hintergrundes und seit mehr als zwanzig Jahren musikalisch tätig. Er zählt zu den erfolgreichsten Produzenten dieses Landes inklusive Gold- und Platin-Auszeichnungen für Alben und Singles und einer Nominierung für den Echo Award 2004 als Bester Produzent. Wolfsheim und Witt zählen zu seinen „Spielkameraden“. „Zeitmaschine“ ist der Versuch, moderne Songs und Klassiker deutscher Elektropopgeschichte „zu überarbeiten und mit der Lyrik der Jahrhundertwende musikalisch wie inhaltlich in neue Zusammenhänge zu bringen“. Es ist, wenn man so will, eine Retrospektive aus zwanzig Jahren Alvarez’schem Musikerleben. Dabei bedient er sich den Werken musikalischer Weggefährten und Freunden, die bereitwillig für das Projekt zusagten und sich vom Meister kommentarlos mixen ließen. Dazu zählen auch Deine Lakaien, die „Return“ zu Alvarez’ zeitgeschichtlichen Dokument beisteuerten. Von De/Vision ist „Heart shaped Tumor“ in einer respektablen Version zu hören. „Zeitmaschine“ ist dabei keiner dieser üblichen Mix-Compilations, die vom Original nichts mehr übrig lassen. Alvarez vergisst kein Detail. Und seine Mixe verstehen sich eher als neue Stimmungsvariante. Weitere Highlights sind das eigens mit Heppner eingespielte „Vielleicht?“ in einer Mischung aus Wolfsheim (was sonst) und Schiller. Von Wolfsheim selbst mixte er das energiegeladene, gefühlsstarke „A new starsystem“. Sehr gut fügen sich Songs und Gedichte (gesprochen von Ben Becker) aneinander. Alvarez ließ sich in der Zusammenstellung seiner „Zeitmaschine“ treiben, bis er auf jene Gedichte (u.a. von Nietzsche und Gottfried Benn) stieß, die zeigen sollen, dass „die Gefühle und Ängste, die die Menschen bewegen, unabhängig der Zeitepoche, gleich sind.“ Liebe, Hass und Tod sind drei zentrale Elemente der „Zeitmaschine“. Bei aller Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt und gelungenen Umsetzungen, sind es nur wenige Songs, die zu glatt geschliffen und zu „lala“ sind wie „Liebe ist alles“ von Rosenstolz. Der Song will sich als einziger musikalisch nicht so recht in das restliche Kostüm einfügen. Man kann ihn getrost „wegskippen“. Für Alvarez jedenfalls „ergibt es alles Sinn. Man macht einen Schritt nach dem anderen und am Ende hat man ein Ergebnis, dass die Reise rechtfertigt, den Prozess erklärt und alles Kommende positiv beeinflusst." Mein Fazit: Alvarez presents Zeitmaschine remixed ist schöner Hörstoff für den Club und zu Hause, für Kopfhörer und Couch. Das Album ist das perfekte Beispiel dafür, dass es wirklich möglich ist, abseits jeglicher Chart- und Profitgedanken auch bei einem Majorlabel seinen Gefühlen und Intensionen aus purem Idealismus freien Lauf zu lassen.
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Alvarez ist einer dieser Namen, die einem irgendwie bekannt vorkommen und doch nicht das richtige Erinnerungsvermögen hervorbringen. Da muss man schon ein wenig in die Tiefe gehen, um herauszufinden, wer sich dahinter verbirgt. Und schnell stellt sich dann auch der gewisse „Aha-Effekt“ ein. Denn ein Unbekannter ist er wahrlich nicht, eher ein Mann hinter den Reglern von Künstlern wie Heppner oder Witt