| SCHNEEWITTCHEN: Keine Schmerzen |
| Webzine - Rezensionen |
| Geschrieben von: Stefan Surkamp |
| Sonntag, 05. Februar 2006 um 17:00 Uhr |
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„Mit ihren Liedern“ heißt es in der Bandinfo, „führen sie das Publikum an einen dunklen Ort der ausgestoßenen, verdrängten und abseitigen Gefühle. Dort zelebrieren und sezieren sie alles - von der Liebeserklärung bis zum Mord, von der Lust am Leben über den Schmerz bis zur Sehnsucht nach dem Tod.“ Zwischen den Zeilen lässt sich aber so manches Klischee entdecken. So tauchen in ihrem Video „Linden Love“ blutverschmierte Körper und leichenblasse Gesichter auf, von denen es – bezüglich einer künstlerischen Glaubwürdigkeit - auch gerne mal etwas weniger sein dürfen. Aber wie in ihrer Musik, so ist auch in ihren Videos und in ihrer Lebensgeschichte keine klare Linie zu erkennen. Musikalisch geht es von einfachen Synthie-Riffs, wie man sie aus den „einfachen“ 80’er-Abschnitten noch in Erinnerung hat über „vorsichtige“ globale Einflüsse (u.a. russische Elemente) bis hin zu kleinen elektronischen Experimenten straight up and down. Ihre künstlerischen Visitenkarten gaben sie unter anderem in Schulen, auf Partys und in Altersheimen (!!) ab. Thomas Duda ist „der bleiche Tastenmann“, Marianne Iser die schrille Hohepriesterin. Zusammen sind sie Schneewittchen, die zwar Inhalte vermitteln wollen, sich aber in zu viel undurchschaubaren Abstraktem verstricken. Mein Fazit: Schneewittchen hat gute Ansätze und kokettiert auch mit sich selbst. Textlich sollte man keine große Ansprüche stellen. Musikalische Ideen sind durchaus vorhanden, die Umsetzung hinkt ihnen jedoch ab und an hinterher. Hier ist trotz der vierten Veröffentlichung noch Entwicklungspotenzial vorhanden, so dass Schneewittchen für die Zukunft jedenfalls nicht chancenlos bleiben muss. Verwandte Artikel
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Keine Schmerzen lösen die Songs in den Ohren des geneigten Hörers bei den neun Songs aus, allerdings sind auch keine sanften Schmetterlinge spürbar. Schneewittchen, einst von einer gemeinen Stiefmutter gepeinigt, greift hier zum Messer und wetzt die Klingen, um sich musikalisch der Grausamkeit einer gefühlskalten Märchenwelt auszusetzen.