| BRILLIG: The Red Coats |
| Webzine - Rezensionen |
| Geschrieben von: Jochen Gehler |
| Dienstag, 28. Juli 2009 um 20:17 Uhr |
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Getragen von Gitarren, Viola, Drehleier, Harmonica, Banjo, Piano, Akkordion und Ukulele hören wir musikalische Perlen voller Fragilität und Anmut. In bester Songwritermanier betören Liederkleinode, die sofort umgarnen und umschmeicheln. Sei es mal ein beschwingter Walzer oder ein zerbrechliches Liebeslied, dann wieder ein klassischer Alernative-Gitarren-Track. "The Red Coat" ist so vielschichtig, dass man die Scheibe zwingend mehrmals hören MUSS, um alle Feinheiten und Finessen mitzukriegen. Die etwas weinerlich-gebrochene Stimme von Matt duelliert sich mit der starken und klaren Stimme von Elizabeth, die manchmal an Candice Night von Blackmore´s Night erinnert. Auch die Musik könnte man beim ersten Hören in dieses Segment stecken, aber schon bald wird klar, dass hier die klebrige Süssigkeit von Blackmore´s Night gänzlich fehlt. Inhaltlich hält man sicher an die bösen und bitteren Geschichten von grossen Erzählern wie Leonard Cohen, Nick Cave oder auch Tom Waits. Und genau das macht den Reiz der Scheibe aus: Gefällige Musik (Wer kennt noch Vaya Con Dios aus den 1990ern? Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden!) verpackt dunkel-morbide Fantasien, die als Shanty oder irisches Trinklied vom Verlorenen und Erhofften säuseln. Wavige Melancholie gibt es als Streusel noch obendrauf. Übrigens kommen Brillig nach Deutschland zum WGT, um ihren neuen Schatz vorzuzeigen. Wer Gelegenheit hat... husch husch hin und in vollen Zügen geniessen. |

Dass Down Under nicht nur Stars mit lustigen Liedchen hervorbringt, sondern auch aus der Düsterecke das eine oder andere mal herüberschwappt ist nicht erst seit gestern bekannt. Und auch das Trio Brillig schickt sich an, über das Label Black Rain in Europa Fuß zu fassen. Matt Swayne & Elizabeth Reid bilden die gesanglichen Stützen, während Ben Macklin die Drums bearbeitet. "The Red Coat" heisst die neue Scheibe der Aussies und wahrlich, es ist ein Meisterwerk geworden, an dem man nicht so ohne weiteres vorbeikommt.