ONIRIC. Cabaret Syndrome
Webzine - Rezensionen
Geschrieben von: Michael Hoch   
Donnerstag, 19. November 2009 um 21:04 Uhr

cabaretsyndromGanz und gar ungewöhnlich: ONIRIC und ihr "Cabaret Syndrome", das mit nichts zu vergleichen ist. Es hat den nostalgischen Flair der 50'er und Musik, die zwischen französischem Chanson, Retro-Folk und Stummfilmmusik pendelt. Insbesondere das kleine Hörspielabenteuer "Last Temptation Rescue" hat es in sich und bekommt erst durch den Einsatz von nostalgischem Plattenknacken seinen Reiz.

Als wären sie in die Schwarz-Weiß-Ära geboren: ONIRIC funktionieren ohne Schublade, womit man auch nicht weiß, wo sie wirklich aufgehoben sind. Sie spielen irgendwo im Niemandsland, eingehüllt in feuchtem Herbstlaub.

ONIRIC haben ihre Herkunft in Italien. Dort wurde die Formation 2005 gegründet. "Himmlisch verträumte, inspirierende Kompositionen" waren der Grundstein ihrer musikalischen Schwermut. Mit "Cabaret Syndrom" starten sie nach einigen EPs ihr Debüt, in dem sie Akkordeon, Tambourine und Akusikgitarre mit Synthesizern, Piano und Violine kombinieren - eine außergewöhnliche Mischung, die in dieser Form konkurenzlos sein dürfte, zumal auch Sängerin Simona Giusti zum "Cabaret Syndrome" zartweiche Dekadenz hinzufügt. 

Zu ONIRICS Onlinenfreunden zählen MORRISSEY und AIR ebenso wie Stanley Kubrick und THE CURE, wobei trotz aller Oberflächlickeit solcher virtuellen Anhängerschaft durchaus der Eindruck entsteht, dass diese nicht zufällig ausgesucht und auf Masse getrimmt sind. Ob echte Freunde oder nicht: ONIRIC sind vor allem eins: aufrichtig. Und das gilt insbesondere auch für ihre Musik: tieftraurige Nostalgiereise.

 
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