SHADOW-MINDS: Extend The Line (Rebuild)
Webzine - Rezensionen
Geschrieben von: Stefan Surkamp   
Dienstag, 29. Dezember 2009 um 16:52 Uhr

extendthelinerebuildDie Schleswig-Holsteinischen Lokalgrößen SHADOW-MINDS wagen den Sprung auf die Bühne der medialen Wahrnehmung - mit DANSE MACABRE steht den Elektronikern nun ein starker Partner zur Seite. Gänzlich neues Material - so impliziert es schon der Titelzusatz "Rebuild" - gibt es aber leider nicht auf die Ohren. Allerdings dümpelte die Band, trotz einiger Beachtung auf so prominenten Bühnen wie der von BLUTENGEL, in den letzten Jahren noch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Masse herum. Es dürfte also höchstens die Hardcore-Fans der ersten Stunde traurig stimmen, dass auf das neue Album "The Ark Of Dark" noch bis Mitte 2010 gewartet werden muss.

Schade ist, dass sich auch durch das professionelle Remastering des Albums noch kein wirklicher Wiedererkennungseffekt erkennen lässt - von Charlies Stimme mal abgesehen. Nichts gegen Experimente, im Gegenteil - oft kommen erst durch gewagte Brüche mit (aktuell) geltenden Konventionen echte Perlen zustande (Frühwerke WUMPSCUTs legen darüber Zeugnis ab). Doch die SHADOW-MINDS springen noch ein bisschen planlos durch die Gegend und man darf - vielleicht sogar mit Recht - vermuten, dass die einzelnen Bandmember ihre ganz persönliche Handschrift in unterschiedlichen Songs verewigt haben.

Es fehlt ein bisschen 'Wumms' hinter einigen Tracks, insbesondere dem ursprünglich auch als Single ausgekoppelten "Nemesis", welcher vor allen anderen Songs das Potential zum Tanzflächenkracher hätte. Unwillkürlich wünscht man sich, dass CENTHRON-Frontmann Elmar oder auch Mr. Johan SUICIDE COMMANDO van Roy mal Hand anlegen würden, um aus dem Stück einen kräftigen Tritt in den Hintern der tanzwütigen Meute zu machen.

Es ist ein Jammer - so viel Potential steckt in den Ideen der Band und in Charlies markanter Stimme. Allein, es wird hier leider nicht genutzt. Die Scheibe plätschert vor sich hin und man könnte sie, zwischen anderen soften Electroalben abgespielt, glatt ohne Nachfrage überhören. Innovationsbereitschaft hin oder her - die Jungs brauchen noch etwas Zeit. Vielleicht sind sie aber auch schon weiter gekommen, als sich durch dieses Re-Release vermuten lässt und "The Ark Of Dark" wird den Jungs zum großen Durchbruch verhelfen. Zu wünschen wäre es ihnen, denn inzwischen sind die ersten Erfahrungen im Musikbusiness gesammelt und somit könnte es direkt losgehen. Warten wir's ab!

 
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