| KALTLICHT: The Red Rain |
| Webzine - Rezensionen |
| Geschrieben von: Jochen Gehler |
| Donnerstag, 07. Januar 2010 um 17:52 Uhr |
Musik kann so dahin rieseln, sie kann trefflich unterhalten, sie kann Spannungsbögen voll emotionaler Falltiefen erschaffen, gute oder schlechte Laune verbreiten. Sie kann einlullen oder ängstigen. Im besten Falle vereint gute Musik etliche dieser Attribute in sich und führt den Hörer in ein Wunderland der Fantasie. So geschehen auch bei dem süddeutschen Duo Kaltlicht (bestehend aus Anton Newerow - programming, vocals, guitar, bass, keys - und Linda Sziklai - violin, vocals -)."The Red Rain" heißt das neue Album der beiden und wer mag, kann tatsächlich roten Regen beim Hören der vertrackten Kompositionen vor dem geistigen Auge fallen sehen. Dabei machen Anton und Linda grundsätzlich gar nichts anderes als viele andere Acts des Genres auch: Sie erschaffen Klangwelten aus ambienten Elementen, Drones und Industrialversatzstücken mit Gothiceinflüssen. Ferner spielen sie das gern genommene Spiel der Ambivalenz: Auf der einen Seite die klare, reine Stimme Lindas (gut), auf der anderen Seite die leicht verzerrten Vocals Antons, der die böse, düstere Seite verkörpert. Und so ist es beinahe unvermeidlich, dass sich Kaltlicht gerne bei dem alten Trick bedienen, den Zuhörer zunächst mit der Glockenstimme Lindas einzulullen, um ihm dann plötzlich und unvermittelt die apokalyptischen Verse Antons um die Ohren zu hauen. Diesen Schabernack treiben Anton und Linda zu gerne.... und erzielen Wirkung. Liebliche Melodien und knarzendes Endzeitgeschabe wechseln sich im perfekten Zusammen ab. Es verstört und ängstigt auf angenehme Art. Kniffe wie dieser halten den Spannungsbogen aufrecht: Unerläßlich für ein genußvolles Durchhören dieses Albums, welches stets die volle Aufmerksamkeit fordert. Ein besonderer Höhepunkt der an sich schon sehr gelungenen Scheibe ist sicherlich das an Filmmusik gemahnende Instrumental "Nameless", welches problemlos den einen oder anderen wohligen Schauer den Rücken runter jagt. Mehr Tracks möchte ich gar nicht hervorheben, denn "The Red Rain" muß als Ganzes wahrgenommen werden. Einzelne Stücke aus der Gesamtkonstruktion herauszureissen hiesse, sie zu zerstören.
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Musik kann so dahin rieseln, sie kann trefflich unterhalten, sie kann Spannungsbögen voll emotionaler Falltiefen erschaffen, gute oder schlechte Laune verbreiten. Sie kann einlullen oder ängstigen. Im besten Falle vereint gute Musik etliche dieser Attribute in sich und führt den Hörer in ein Wunderland der Fantasie. So geschehen auch bei dem süddeutschen Duo Kaltlicht (bestehend aus Anton Newerow - programming, vocals, guitar, bass, keys - und Linda Sziklai - violin, vocals -).