THE RABID WHOLE: Autraumaton
Webzine - Rezensionen
Geschrieben von: Stefan Surkamp   
Sonntag, 10. Januar 2010 um 13:57 Uhr

autraumatonASSEMBLAGE 23, THE BIRTHDAY MASSACRE, FRONT LINE ASSEMBLY, LEFT SPINE DOWN - Szenemusik aus Kanada klingt immer schräg, immer anders und glücklicherweise niemals wirklich schlecht. Zumindest beweisen diese These die genannten Acts. Gleiches gilt für THE RABID WHOLE, deren Werk "Autraumaton" im November in die Läden kam. In Zeiten der bisweilen extremen Diversifikation von Musikstilen scheuen sich die meisten Bands, sich in eine "etablierte Schublade" zu stecken oder stecken zu lassen. So wird oft nicht nur für eine neue Band sondern notfalls auch nur für ein Album ein neues Genre erdacht. Doch THE RABID WHOLE fühlen sich mit dem doch recht allgemeinen Genre Industrialrock ganz wohl.

Das erspart mir dann natürlich auch den Spagat, den es immer zu machen gilt, wenn man sich von der promotionseitigen Einordnung nicht ganz lösen möchte, aber dennoch für den potentiellen Hörer eine allgemein verständliche vornehmen möchte. "Autraumaton" vereinigt softe elektronische Elemente und engagierte, bisweilen harsche Gitarrenriffs auf ganz besondere Art. Manchmal begibt sich die Band damit geradezu in psychedelische Sphären ("Evidence Of The Fail").

Bezeichnenderweise kommt die ganze Genialität der Kompositionen jedoch erst so richtig in den - nur in der europäischen Version des Albums vorhandenen - Remixen von XP8 ("All The Same") und MIND.IN.A.BOX ("My Love, My Blood") zur Geltung. Zwar verlieren die Stücke dabei logischerweise ein wenig den rockigen Charakter, aber vielleicht ist das ja Anspron für die Band, sich beim nächsten Album ein wenig mehr an ihren elektronischen Brüdern zu orientieren. Vielleicht klappt ja ein Brückenschlag zwischen dem eigenen Stil und den positiven Einflüssen anderer Künstler. Das wäre doch mal eine nachvollziehbare Entwicklung einer Band!

THE RABID WHOLE machen Spartenmusik, aber keine schlechte. Wer sich beim Industrialrock wohl fühlt, der bekommt hier ein durchweg gutes Album serviert. Die großen Kracher fehlen, aber es ist ein solider Start auf dem europäischen Markt.

 
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